Perlen am Bodensee I

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Gute zwei Jahre habe ich in Kreuzlingen am Bodensee gewohnt, an der Schnittstelle von Obersee, Rhein und Untersee. Ein wunderschönes Fleckchen Erde, von dem ich zwei meiner Lieblingsorte in diesem Beitrag mit euch teilen möchte.


Badi Tägerwilen und Spaziergang nach Gottlieben

Während der Seeburgpark in Kreuzlingen weitum bekannt ist, wartet im Nachbardorf Tägerwilen ein kleines Bijou, das wohl nur die Einheimischen kennen dürften: Das Seerheinbad Zellersguet in Tägerwilen direkt am Rhein. Eine gute Infrastruktur mit Duschen, WCs und Kiosk ist vorhanden, der Eintritt gratis und die Parkplätze günstig. Ebenfalls gibt es einen lauschigen Grillplatz unter den Bäumen, ein Beachvolleyballfeld sowie zwei Pingpongtische (Schläger und Bälleli selbst mitnehmen).

Seerheinbad Zellersguet, Tägerwilen
Blick in Richtung Konstanz, Seerheinbad Zellersguet, Tägerwilen
Seeterrasse des Restaurants Krone in Gottlieben bei Sonnenuntergang

Tipp: Im Tägermoos, das wegen den vielen deutschen Kleingärten übrigens auch als «deutsches Stück Schweiz» bekannt ist, wird Gemüse angebaut und man hat die Chance, direkt vom Bauern einzukaufen, z. B. im Gemüseladen Tägermoos.


Die Tägerwiler Badi ist der ideale Ausgangspunkt für Kajaktouren oder Spaziergänge am mehrheitlich naturbelassenen Rheinufer, zum Beispiel ins malerische Dorf Gottlieben, das mit mehreren kulinarischen Highlights aufwartet, allen voran das Gottlieber Seecafé mit seinen feinen Tortenstücken und Kaffeespezialitäten. Aber auch ein Znacht auf der Seeterrasse der Gottlieber Krone ist sehr zu empfehlen – die Sonnenuntergänge sind spektakulär!

In Gottlieben hat es ebenfalls genügend Parkplätze, und wer auf dem Wasser unterwegs ist, kann an mehreren Stellen problemlos andocken.


Insel Reichenau

Die Insel Reichenau liegt auf der deutschen Seite des Untersees nahe der Stadt Konstanz. Auch die Reichenau ist für den Gemüsebau bekannt, es wird aber auch Wein kultiviert. Sehr zu empfehlen ist eine Velotour durch die sanften Weinhügel. Von Konstanz aus radelt man zirka eine halbe Stunde bis zur Reichenau, die Insel hat man in gut einer Stunde umrundet, je nach Anzahl Zwischenstopps, von denen ich euch so einige ans Herz lege: In Georgs Fischerhütte kommen nicht nur Fischliebhaber*innen, sondern auch Vegetarier*innen auf ihre Kosten, im Restaurant zur Schiffslände gleich bei der Anlegestelle der Kursschiffe gibt’s lecker Eis und auch die gen Westen (Sonnenuntergänge!) ausgerichtete Uferterrasse des Campingplatzes Sandseele lässt keine Wünsche offen.

Die Sandseele lässt sich vom Schweizer Ufer gut mit dem Kanu oder Kajak erreichen, z. B. von Mannenbach aus, wo auch die Kursschiffe der URh ablegen und einen günstig rüber ans andere Ufer transportieren. Wer kein eigenes Kanu oder Kajak besitzt, dem empfehle ich, sich bei La Canoa eins zu mieten (Konstanzer Unternehmen mit mehreren Mietstationen auf der Schweizer Seite) und einen unvergesslichen Tag auf dem Wasser zu erleben.

Ich bleibe zuversichtlich und hoffe, dass man bald wieder in unser Nachbarland reisen kann, das zurzeit so nah und doch so fern ist. Bis dahin schwelge ich noch weiter in Erinnerungen und veröffentliche bald Teil II meiner schönsten Perlen am Bodensee.

Äulischlucht: Instagram vs. Reality

Äulischlucht

Kürzlich sah ich diesen Beitrag über die Äulischlucht an der Thur (Toggenburg, Kanton St. Gallen, Schweiz) in der Coopzeitung. Das Foto des türkisfarbenen Wassers erzielte bei mir die gewünschte Wirkung: In die Äulischlucht, da muss ich unbedingt hin!

Äulischlucht

In Lichtensteig angekommen, wurden wir leider enttäuscht. Es erwartete uns kein paradiesisches Türkis, die Thur ähnelte eher einer braunen Suppe, die keine Lust auf Baden machte.

Auch die Wanderung von Dietfurt bis zur Äulischlucht in Lichtensteig war ein Reinfall, denn der Name des «Thurwegs», dem wir auf der Strecke eigentlich folgen wollten, entpuppte sich als irreführend. Der Wanderweg heisst nicht etwa so, weil er der Thur entlang verläuft (zumindest nicht auf allen Etappen), sondern vom Anfangs- bis zum Schlusspunkt der Thur führt. Von Dietfurt nach Lichtensteig geht der Weg eben nicht dem Fluss entlang, sondern in einem steten Rauf und Runter über die Hügelkette, ganz in der Nähe der lauten Umfahrungsstrasse mit viel stinkendem Abgas. Also nichts für heisse Hochsommertage!

Fazit: Es lohnt sich nicht, sich wie ich lange ins Auto zu setzen, um extra zur Äulischlucht zu fahren. Wer aber sowieso in der Gegend ist, für den ist sie sicher einen Abstecher wert. Ich empfehle aber, so nahe wie möglich zur Schlucht hinzufahren (siehe Google Maps).

Die Äulischlucht ist schon ganz hübsch, einfach nicht auf die karibische Art und Weise, die das Bild der Coopzeitung vermuten lässt. Die Realität sieht ja meist anders aus als Instagram, leider.

Tipp I: Die besten Chancen auf klares, blaues Wasser hat man, wenn man um die Mittagszeit hinfährt, wenn die Sonne im Zenit steht. Auch sollte man darauf achten, dass es nicht gerade geregnet hat.

Tipp II: 5 Minuten von der Äulischlucht entfernt liegt der Fabrikladen von Kägifret, wo man Schokolade zum Schnäppchenpreis ergattern und gratis Kostproben naschen kann.